ilinx kollaborationen bei “relatifs” in Linz

Flüchtlingslager nehmen oft die Dimensionen von Städten an. Sie funktionieren jedoch nach einer eigenen Ökonomie. Die in Jordanien früh eingesetzten neuen Formen der Rationierung werden von den internationalen Organisationen entworfen. Das früher vorwiegend bei der Belagerung von Städten eingesetzte Allokationsverfahren der Zuteilung gleicher Anteile wird derzeit technisch neu aufgelegt. So entstehen ungeahnte Architekturen der Entscheidung. Diese sind im Sinne der Verhaltensökonomik oftmals auf ein „nudging“ ausgelegt: eine fast unmerkliche Lenkung der Nutzerinnen und Nutzer durch neue Wertungssituationen.

KARIN HARRASSER und ANNE VON DER HEIDEN sind die Gastgeberinnen der Reihe “relatifs”. ANNA ECHTERHÖLTER (Universität Wien) spricht über Aspekte des neu erschienenen Buches “Jenseits des Geldes”. Das in der Reihe ilinx.kollaborationen bei Spector Books Leipzig erschienene Buch ist gemeinsam mit KARIN HARRASSER; FREDERIKE FELCHT und HENDRIK BLUMENTRATH geschrieben und nimmt den letzten Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften vorweg. (Verlagsseite)

Eine Veranstaltung der Kunstuniversität Linz (Abteilungen Kulturwissenschaft sowie Kunstgeschichte und Kunsttheorie) in Kooperation mit dem Kepler Salon Linz.
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Congrats an unseren neuen Verlag!

Während am neuen Layout für ilinx 5 über Brachen noch gefeilt wird und zwei (!) neue ilinx.kollaborationen Form annehmen hat unser neuen Verlag SPECTOR BOOKS LEIPZIG nach dem Sächsischen Verlagspreis nun den Deutschen Verlagspreis gewonnen! Wir gratulieren Jan Wenzel, Anne König, Markus Dreßen, ebenso wie Florian Lamm und Jan Frederik Bandel!

 

Neue ilinx.kollaboration bei Spector Books Leipzig

 

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Workarounds online

ilinx – Berliner Beiträge zur Kulturwissenschaft. Nr. 4 : Workarounds. Praktiken des Umwegs

Jahrgang 2017 herausgegeben von Holger Brohm, Sebastian Gießmann, Gabriele Schabacher und Sandra Schramke

Die vierte Ausgabe von ilinx widmet sich den Praktiken und Kulturtechniken zielführender Umwege. Unter „Workarounds“ verstehen wir temporäre Lösungen eines Problems und Improvisationen, mit deren Hilfe nicht nur Fehler in technischen Systemen korrigiert werden, sondern im weiteren Sinne der soziale Alltag bewältigt wird – angesprochen sind die Ausnahmen von der Regel, die das Gelingen erst ermöglichen. Workarounds umgehen auf räumlicher, zeitlicher und auch institutioneller Ebene die formalisierten und regelgeleiteten Abläufe, sie zeigen neue politische, soziale und ästhetische Wege auf. Indem man auftretenden Schwierigkeiten ausweicht und überraschende Verbindungen schafft, eröffnen sich Handlungsoptionen, während man etwas tut.

Bildschirmfoto 2017-02-21 um 13.37.46

Die vierte Ausgabe von ilinx steht auf dem edoc-Server der Humboldt-Universität zu Berlin bereit. Sowohl das gesamte Heft wie auch die einzelnen Beiträge können dort heruntergeladen werden.

e d i t o r i a l

a u f t a k t

Gabriele Schabacher: Im Zwischenraum der Lösungen. Reparaturarbeit und Workarounds [xiii]

l a n g

Florian Hoof: “Speed Metal” – Medien industrieller Produktion und tayloristische Arbeitsorganisation [3]

Kathrin Fehringer: Workaround am eigenen Leib: Prothetik bei Otto Dix und in der französischen Gegenwartsliteratur [23]

David Keller: “A direct Pipeline to the Soul”. Zur Geschichte von Tricks und Täuschungen als epistemisch motivierte Umwege in der sozialpsychologischen Forschung [41]

Nikolaus Lehner: Empfehlungssysteme: Begehrlichkeiten auf Umwegen [57]

Claudy Op den Kamp: Circumvention and the Film Archive: Found Footage, Legal Provenance and the Aesthetics of Access [79]

Ronja Trischler: Trial and Error. Zusammenarbeit im Irrgarten digitaler Bildbearbeitung [93]

i n t e r m e z z o

Tom Ullrich: Um das „Qualitätskino“ herumarbeiten. Über Umwege und Workarounds des jungen Jean-Luc Godard [117]

k u r z

Petra Löffler: Zick-Zack. Bruno Latours Umwege [137]

Maren Mayer-Schwieger: Umwege auf See. Zur Pflanzenverschiffung Ende des 18. Jahrhunderts [145]

Fabian Goppelsröder: Aus-/Setzen. Zur Bewegungslogik des Zauderns [157]

Marcus Termeer: Le Parkour: Effektive (Um-)Wege in postfordistischen Stadtlandschaften [165]

N.N.: Die gerissene Hutschnur. Bürokratie und Workarounds [173]

Sandra Schramke: Umwege der Ästhetik. Die Architektur von Wang Shu und Lu Wenyu [183]

ü b e r s e t z t

Geoffrey C. Bowker / Susan Leigh Star: Warum Klassifikationen zählen [193]

Sebastian Gießmann: Klassifizieren und Improvisieren. Ein Kommentar zu Geoffrey C. Bowker und Susan Leigh Star [205]

g e d e n k e n

Annette Bitsch (1969–2016) [224]

Rechte bei den Autorinnen und Autoren, 2017.

Die Ausgabe umfaßt 224 Seiten mit zahlreichen Abbildungen.
Bestellungen unter info@philo-fine-arts.de, oder bei Ihrer Buchhandlung.

issn 1868-5110
isbn 978-3-86572-695-7

 

ilinx.Kollaborationen bei der »Langen Buchnacht Oranienstraße«

auch in einem Sommer ohne Sommer gibt es sie noch, die guten Dinge: Kreuzberg, Bücher und Geld. 
Deshalb zwei feierliche Lesungen am

 

Samstag, den 20. Mai 2017in der Dresdener Straße 26, am Oranienplatz links (Karte)

 

20:30 Uhr, Modern Money I

Stefan Heidenreich liest aus »Forderungen« (Merve 2015) und »Geld. Für eine non-monetäre Ökonomie« (im Erscheinen)  mehr

 

22:30 Uhr, Modern Money II

Hendrik Blumentrath und Anna Echterhölter lesen aus: »Jenseits des Geldes. Aporien der Rationierung«, einer ilinx.Kollaboration gemeinsam mit Karin Harrasser und Frederike Felcht (im Erscheinen)  mehr

Kommt und streitet für oder gegen Cash Ghettos, biometrisches Geld, den Kollaps des Urban Mining, die Finanzialisierung der Planung, das Metallgeld. Special: das neue ilinx-Magazin zu »Workarounds«, und alle alten Ausgaben auch für Deutschmark erhältlich.
Anna Echterhölter & Erik Stein von Berge, Meere und Giganten

merve

 

Forderungen, Merve 2018

“Forderungen” setzt die mit “Mehr Geld” (Berlin 2008) begonnene Analyse und Prognose zur andauernden Finanz- und Politikkrise fort. Wenn Schulden Forderungen sind, dann müssen die Kredite weiter wachsen, um die Vermögen zu erhalten. Nach Industrie und Konsumenten bleiben Staaten und Notenbanken als letzte Kredit-Nehmer und Geld-Schöpfer. Sie müssen sich opfern, heisst es, um die Vermögen zu retten.

Andere Lösungen sind möglich. Wir können eine andere als die gegenwärtige Welt fordern. Sie ist weder die beste, noch die einzig denkbare. Aber welches »wir« ist es, das diese Welt fordern kann? In welcher Erzählung erfindet es sich? Andere ökonomische und politische Ordnungen lassen sich mit und ohne Marx auf der Grundlage jüngerer Wirtschaftstheorien denken, im Kapitalismus oder gegen ihn, und mit den Techniken und Medien unserer Zeit. Vielleicht ist Geld dann nicht mehr das Mittel der Wahl, um Arbeit und Güter gut zu verteilen.

Ralph Heidenreich, (*1957), lebt in Biberach an der Riss, sitzt für die Linken im Stadtrat und arbeitet als Programmierer.
– www.ralph-heidenreich.de

Stefan Heidenreich, (*1965), lebt in Berlin, forscht, berät und schreibt zu Medien, Ökonomie und Kunst.
– www.stefanheidenreich.de