Zur Heterologie kolonialer Ökonomien. Der Biber und sein Fell als Fetisch in den nordamerikanischen Kolonien des 17. Jahrhunderts

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In Zeiten ökonomischer Krisen wird im Feuilleton gern an Walter Benjamins Kapitalismus als Religion erinnert. Selten geschieht dies jedoch in einer wertfreien Annäherung an die ökonomische Sphäre; die politische Eindeutigkeit, die Benjamins essayistischem Blick qua Form abgeht, verhärtet gar die Fronten und erschwert eine Diskussion über das eigentliche Problem. Die der Ethnologie eingeschriebene Distanz zur eigenen Gesellschaft schafft jedoch durch die Auseinandersetzung mit zunächst fremdartig anmutenden Lebenswelten einen der politischen Debatten enthobenen Diskursraum, von dem aus dann ein pointierter Blick auf zeitgenössische Probleme geworfen werden kann. Genau dies wird im Folgenden versucht, indem die ökonomischen Prozesse zwischen Europäern und Indianern im nordöstlichen Nordamerika des 17. Jahrhunderts näher analysiert werden.