Börsenturbulenzen. Zur Meteorologie der Finanzmärkte

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Am 26. Mai 1896 erinnerte sich Charles H. Dow an ein Rechenverfahren zur Vorhersage von Aktienkursen, das er bereits im Juli 1884 ausprobiert hatte. Für die Nachmittagsausgabe seines Börsenblattes „The Wall Street Journal“ addierte er die Kurse von zwölf bedeutenden Unternehmen und berechnete daraus einen Durchschnittswert, der an diesem Tag bei 40,94 Punkten lag. Überzeugt davon, dass der Markt wie eine Art kollektives Gedächtnis fungieren müsse, von dem man nicht nur vergangene, sondern auch zukünftige Kursentwicklungen ablesen könne, entwickelte er seinen Index, der den Markt in seiner Gesamtheit darstellen sollte. Auf einen einzigen Blick sollte er alle relevanten Börsentransaktionen der Vergangenheit im Überblick zu erkennen geben. Dows Index trat mit dem Anspruch an, weit mehr als eine gewöhnliche Börsennachricht zu sein. Mit der Analyse ökonomischer Prozesse konstituierte er ein neues Kalkül des Finanzmarktwissens, ein Referenz- und Basiswissen, das als Argument und Grenze gegen die periodisch auftretende speculation craze aufgestellt wurde. Die als Dow-Theorie bekannte Analyse von Aktienkursbewegungen wurde in Form einer 255 Artikel umfassenden Kolumne im „Wall Street Journal“ der Jahre 1900 bis 1902 abgedruckt und von seinem Nachfolger William Peter Hamilton in dem 1922 erschienenen Buch The Stock Market Barometer. A Study of Its Forecast Value Based on Charles H. Dow’s Theory of the Price Movement in der uns bekannten heutigen Form der Dow-Theorie zusammengefasst. ...