ilinx. Zur Physik der Sensation in der surrealistischen Spieltheorie

„Der Mensch wurde erst in dem
Augenblick möglich, in dem ein Wesen,
von unüberwindlichem Schwindel
erfasst, mit aller Kraft versuchte,
nein zu sagen.“ —
Georges Bataille, Die Erotik

Der Mensch begegnet den Sensationen des Rausches und Schwindels also
mit einem entschiedenen Jein. Gewiss gehört die Ambivalenz dieser
Sensationen zu den ersten Menschenvergnügen überhaupt; überall auf
der Welt wollen kleine Babys, noch ehe sie ein Bein auf die Erde bekommen,
herumgeschleudert, -geworfen und hochgejubelt werden. Wenn
der Mensch anfangs auch sonst nicht genau weiß, was er auf dieser Erde
zu suchen hat – den Rausch des Schwindels und der Geschwindigkeit
sucht er auf jeden Fall.1 Derartige Erfahrungen zu untersuchen, heißt
nichts anderes, als die theoretische Dezentrierung des Subjekts buchstäblich
zu behandeln.

Das Münchner Oktoberfest des Jahres 1949 stellt die archaische Frage
nach den übermenschlichen Gewalten, die Menschen wie Blätter im
Wind herumwirbeln, von einer anthropologischen auf eine technische
Grundlage. Auf der Wiesn dieses Jahres kommt erstmals das Patent mit
der Nummer 819520 zum Einsatz.