Lebendes Geld. Pierre Klossowskis anthropomorphe Ökonomie

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Pierre Klossowskis kleine Schrift La monnaie vivante (dt. Die lebende Münze) erschien 1970 und wurde von Michel Foucault als „größtes Werk der Epoche“ bezeichnet, das sich in unübertroffener Weise dem Dreiecksverhältnis zwischen Begehren, Wert und Simulakrum widme. Der Essay unternimmt ein Gedankenexperiment: Er skizziert einen lebendigen Wirtschaftskreislauf, überträgt wirtschaftswissenschaftliche Begriffe auf die Mikroebene des Körpers und justiert sie dort für die Analyse und Kritik einer Ökonomie der Leidenschaften neu. In einer originellen und paradoxen Konstellierung von Wirtschaftswissenschaft und Triebtheorie stellt Klossowski die Hypothese auf: Der Körper schöpft Wert aus sich selbst, und das Triebleben besitzt merkantilen Charakter.