Nadelstanzungen

Jeannette Fabis setzt mit einer Radiernadel auf schwarzem oder weißem
Papier ein dichtes Netz aus ringförmig aneinander gelagerten Stichen, das
sich von den Seitenrändern her ausbreitet. Das Papier wird dabei von der
Nadel nicht durchstoßen, sondern geprägt, so dass sich die Oberflächenbeschaffenheit
an den betreffenden Stellen verändert: Das Papier wellt sich
und glänzt leicht. Es vermittelt den Eindruck, auf den Kontakt mit einer
Flüssigkeit zu reagieren und damit für seinen eigentlichen Zweck – als
Träger einer Zeichnung zu fungieren – wertlos geworden zu sein. Das devenir-
autre bedarf hier keiner zusätzlichen graphischen oder malerischen
Mittel; das Licht allein reicht aus, um die Prägung als eine organische
Struktur erscheinen zu lassen.