Die Fabrik des verschuldeten Menschen. Essay über das neoliberale Leben

excerpt

Die europäische Schuldenfrage lässt einen neuen Klassenkampf entstehen, der sich wie schon in anderen Ländern zuvor genau an dieser Frage entzündet. Die Schuldenkrise hat auch die USA und die angelsächsische Welt eingeholt und damit die Länder, in denen das letzte Finanzdebakel seinen Anfang nahm und der Neoliberalismus insgesamt. Das Verhältnis Gläubiger-Schuldner, das unseren Ausgangspunkt bildet, verschärft die Mechanismen der Ausbeutung und der Herrschaft und unterscheidet dabei nicht mehr zwischen Arbeitern und Arbeitslosen, Konsumenten und Produzenten, Aktiven und Inaktiven, Aktion.ren und Hartz-IV-Empf.ngern [i.O. revenu de solidarité active]. Dem Kapital gegenüber sind alle „Schuldner“ schuldig und verantwortlich. Das Kapital wird so zum „Großen Gläubiger“, zum Universal-Gläubiger. Die aktuelle Krise zeigt deutlich, dass der Besitz auch im Neoliberalismus weiterhin den zentralen Einsatz darstellt, denn im Verh.ltnis Gläubiger-Schuldner geht es um ein Kraftverhältnis zwischen denen, die Kapital besitzen und denen, die es nicht tun. Wir danken dem Übersetzer Stephan Geene und dem b_books-Verlag. Please find the book at http://www.b-books.de