‚Your Creative Power‘. Zur Ökonomie von Kreativitätsdiskursen in der Nachkriegszeit

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Mit diesen drastischen Worten beginnt Alex Faickney Osborns Kreativitätsratgeber Your Creative Power. Erstmals veröffentlicht im Jahre 1948 avancierte dieses Buch – so wie auch die darauf folgenden, thematisch eng verwandten Bücher Osborns – zu einer populären Lebenshilfe für zehntausende von US-Amerikanern in der Nachkriegszeit. Der richtige Gebrauch der Imagination sollte, so lautet das mit dem Buch verkaufte Versprechen, zu einem rundum erfolgreichen Privat- und Berufsleben verhelfen: „the more creative we try to be, the more creative we become; and the more creative we are, the more we can get out of life.“ Die Ratschläge, die Osborn seinen Leserinnen und Lesern mitgab, zielten auf eine selbstbestimmte professionelle Entwicklung und auf unternehmerische Innovation ebenso ab wie auf das Gelingen einer harmonischen Partnerschaft oder auf kreativitätsfördernde Erziehung. Kreativität schien in der Nachkriegszeit der Schlüssel zum Erfolg zu sein, den – so das Credo des Buches – jeder in seinen eigenen Händen trug.