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FUNDUS Band 210 – Sensible Sammlungen. Anthropologische Objekte im Depot

»Sensible Objekte« in musealen Sammlungen werden seit den achtziger Jahren als »menschliche Überreste« und »Gegenstände von religiöser Bedeutung« definiert. Dabei sind nicht nur die Gegenstände selbst »sensibel«, sondern auch und vor allem die Umstände ihrer Herstellung und Beschaffung. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert reisten europäische Forscher in die kolonialisierten Teile der Welt. Sie sammelten Anthropologica – Knochen, Haarproben und Präparate – und Ethnografica – Gegenstände aus der materiellen Kultur – von Angehörigen der dort lebenden sogenannten »aussterbenden Völker« und brachten sie in wissenschaftliche Sammlungen und Museen in Europa. Unter ähnlichen ethnografischen Fragstellungen und Sammlungsinteressen richtete sich der Blick aberauch auf in Europa lebende Bevölkerungsgruppen. Bei ihren Forschungen innerhalb und außerhalb Europas produzierten Wissenschaftler und Sammler Messdaten, Körperbeschreibungen, Zeichnungen, Fotografien, Gipsabgüsse, Filme und Tonaufnahmen von lebenden Menschen. Diese Zeugnisse wurden mithilfe handwerklicher und technischer Verfahren von ihren Körpern abgenommen. Sie entstanden oftmals in für die Erforschten prekären Situationen wie in Gefängnissen, Polizeistationen oder militärischen Einrichtungen und sind von kolonialen Herrschaftsstrukturen und der Definitionsmacht von Wissenschaftlern und Behörden geprägt.

In diesem Buch wird die Geschichte solcher Sammlungsbestände in ihrem spezifischen kulturhistorischen Kontext an einer Reihe von Beispielen entlang erzählt. Mit Gipsabdrücken und Tondokumenten geraten dabei vor allem bisher weniger untersuchte Objekte als Bestandteile »sensibler Sammlungen« in den Blick.

Die Publikation flankiert die Ausstellung “What we See!” die im Sommer 2012 an der Museumsinsel, Georgenstr. 47, 10099 Berlin zu sehen sein wird!

Ausstellungsorte bisher:

25. Mai 2011 bis 19. September 2011
im Kunsthistorischen Museum, Wien
Museum für Volkskunde, Heldenplatz, 1010 Wien
Einladung zur Ausstellungseröffnung: Wien_Was_Wir_Sehen
Einladung zur Buchpräsentation mit Vortrag von Britta Lang hier…

bis 12. Februar 2011
im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück

Presseecho der »Sensiblen Sammlungen«

Rezension in INDABA: Das SADOCC Magazin für das Südliche Afrika 71 / 2011, REZ_Indaba_71_11_Sesible Sammlungen

Radiobeitrag der drei Autorinnen, 9. September 2011, Sender Ö1 / ORF, mehr…

Margrit Berner zum Thema im Deutschlandradio / DRadio Wissen, mehr…

“Bilder, Stimmen, Repräsentationen. Zur Kritik einer anthropometrischen Sammlung aus dem südlichen Afrika”, TAZ Nord, mehr…

Radiokolleg – Sonderbare Schaustücke *, Montag, den 09. Jänner 2012, mehr beim Sender Ö1

Gerd Bedszent: “Abgründe der Anthropologie” In: Junge Welt, 19.01.2012, Wissenschaft & Umwelt, Seite 15, mehr… , download als pdf: Tageszeitung junge Welt

Annika Hüttmann rezensierte für Aviva: Online-Magazin für Frauen, 23.02.2012, mehr…

ilinx-Kollaboration  im “Salon für Kunstbuch” | 21 Haus, Arsenalstr.1, Wien

Besprechung der Ausstellung “Was wir sehen” von Sabine Seifert in der taz vom 25.06.2012
taz_rezension_Was_Wir_Sehen

Rezension des Buches von Larissa Förster bei H-Soz-Kult, 13.07.2012: rez_sensible_slg_H-NET_2012-3-033

 

 

 

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